Mehr Platz für die Fotografie

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Mehr Platz für die Fotografie

Paderborns Kulturlandschaft wird in diesen Tagen um eine entscheidende Nuance reicher: Der Verein für zeitgenössische Fotografie mit dem klangvollen wie metaphorischen Namen „Cheezze“ geht an den Start. „Mit Cheezze e.V. - Manufaktur für zeitgenössische Fotografie wollen wir Menschen in Paderborn für das Medium Fotografie begeistern, regelmässig Ausstellungen an wechselnden Orten organisieren und so Fotografie-Interessierten regelmäßig Ausstellungen anbieten“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende Tobias Vorwerk. Ein Ausstellungs-schwerpunkt soll das im Oktober neu am Abdinghof eröffnete Stadtmuseum sein, aber auch an etlichen anderen Stellen sowie im öffentlichen Raum will der Verein künftig Aufnahmen etablierter und junger Künstler zeigen. Auf seiner Website cheezze.de beschreibt der Verein seine Ausrichtung und Motivation folgendermaßen: „Uns interessiert die erzählende Fotografie, [...] eine Fotografie, die sich im Bild mit der Gesellschaft und ihren Menschen auseinandersetzt. Die Ausstellungen sollen anregen, sich den Veränderungen, Entwicklungen und Chancen des globalen Alltags zu stellen und menschliche Befindlichkeiten in einer Welt des Um- und Aufbruchs zu reflektieren.“
 
Der ungewöhnliche Name „Cheezze“ leitet sich von der Aufforderung für lächelnde Gesichter auf Fotos „Cheeeeeeese!“ ab, verbindet aber gleichzeitig das Wort mit dem englischen „freeze“ für (den Moment) Einfrieren. Das Gründungsteam des Vereins bestand aus Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und Zugangs zum Thema Fotografie, vom Fotografen bis zum einfach fotobegeisterten Betrachter, der gern seine Expertise in das Ehrenamt und die Arbeit für die zeitgenössische Fotografie in Paderborn einfließen lässt. Erste neue Mitglieder neben dem Gründungsteam sind bereits gewonnen, gerade sind die Ausstellungen 2019 in Planung. Auch hat der Verein erste Ausflüge z.B. nach Düsseldorf, Dortmund oder Zingst gemacht, um sich in anderen Städten namhafte Ausstellungen anzuschauen und Impulse zu sammeln. Nicht zuletzt auch Workshops, Vorträge und Werkstattgespräche stehen auf der Agenda von „Cheezze“.
 
„Wir freuen uns riesig auf das, was vor uns liegt und sind voller Elan“, beschreibt der Vorsitzende Harald Morsch die motivierte aufbruchsstimmung unter den Mitgliedern. Morsch selbst befasst sich auch philosophisch damit, was die Fotografie für den Menschen bedeutet: „Die Fotografie ist kein Abbild der Realität. Es liegt nur im Auge des Betrachters und seiner Lebenserfahrung, sie als solche zu interpretieren.“ 
 
In den kommenden Wochen arbeiten die Mitglieder an einer Dokumentation und Zusatzangeboten für Harald Morschs Ausstellung „Menschen meiner Stadt“ mit 500 Portraits, die am 24. August im Stadtmuseum eröffnet wird. Vor dem Museum weist aktuell eine mehr als drei Meter hohe Stele mit überlebensgroßen Portraitaufnahmen auf die Ausstellung hin – Cheezze hat ihren Aufbau mit unterstützt. Für neue Mitglieder ist der Verein offen und freut sich auf Interessenten.